Bei einer Mediation geht es ganz einfach um ein klärendes Gespräch, damit ein Konflikt gelöst wird. Wie das bei mir funktioniert, erkläre ich hier.
„Mediation“ bedeutet, die Gesprächsführung in einem Konfliktgespräch dem Mediator bzw. der Mediatorin zu überlassen. Ich leite das Gespräch.
Das Gespräch findet gemeinsam an einem Tisch in meinem Büro oder Besprechungsraum statt. Oft benutze ich eine Flipchart, um Notizen machen zu können, die für alle sichtbar sind. Jeder kann sich selbst Stichworte aufschreiben, damit nichts vergessen wird.
Gesprächsführung
Die wichtigste Folge davon, dass ich der Gesprächsleiter bin, ist, dass die Medianten grundsätzlich nicht miteinander reden, sondern nur mit mir. Sie erläutern mir nacheinander ihre Position und werden von den übrigen Gesprächsbeteiligten dabei nicht gestört. Jeder Mediant kann also in Ruhe seine Halung, seine Beweggründe, seine Ziele erläutern, die übrigen Medianten hören zu.
Dies ist für eine gelingende Mediation ein Kernbaustein und wirkt oft Wunder. Denn dass Konflikte oftmals nicht gelöst werden und eine Gesprächsführung durch einen Mediator sich empfiehlt, liegt daran, dass die Streitparteien sich nicht so ausreden lassen bzw. sich nicht so zuhören, dass sie sich wechselseitig verstehen können. Es gelingt nicht, die Ziele und Interessen des anderen wirklich zu begreifen, weil dieser zum einen seine eigene Position nicht genug verständlich machen kann, zum anderen die Position des anderen nicht mehr versteht oder zu verstehen bereit ist.
Gesprächsstruktur
Die weitere Folge der Gesprächsführung durch mich als Mediator besteht darin, dass das Gespräch strukturiert wird.
Themensuche
Zunächst wird im Gespräch mit jedem einzelnen Medianten ermittelt, was genau das Thema des Konfliktes ist. Es können dies auch mehrere Themen sein. Wichtig ist, dass alle Themen benannt werden, die mit dem Konflikt zusammenhängen. Es mag durchaus sein, dass die Medianten unterschiedliche Themen ansprechen möchten. Wichtig ist, dass alle Themen besprochen werden.
Themenerhellung
Dann folgt die sogenannter „Konflikterhellung“ oder auch „Themenerhellung“. Dies ist ein weiterer Kernbaustein der Mediation. Hier geht es im Zwiegespräch zwischen mir und jedem einzelnen Medianten darum, die Interessen und Bedürfnisse, Ziele, Wünsche, Anliegen jedes einzelnen Medianten transparent und verständlich zu machen. Daher nimmt diese Phase der Mediation in der Regel den größten zeitlichen Anteil in Anspruch. Es geht um ein tiefes Verstehen jedes einzelnen Medianten. Dadurch, dass die übrigen Medianten zuhören (siehe oben), haben auch diese die Möglichkeit, die anderen Streitparteien zu verstehen.
Möglich ist es, in dieser Phase einen „Perspektivwechsel“ zu versuchen. Das bedeutet, dass der Mediator die übrigen Medianten befragt, ob sie die Position des Konfliktpartners verstehen können. Sie sollen die Position nicht teilen, sondern nur erst einmal verstehen.
Lösungssuche
Daran schließt sich die Lösungsphase an.
Es werden zunächst Lösungsvorschläge zusammengetragen. Jeder Mediant kann Vorschläge zur Lösung des Konfliktes unterbreiten, diese sind von den übrigen Medianten nicht zu kommentieren.
Die zusammengetragenen Lösungsvorschläge werden dann mit den Interessen und Anliegen der Medianten abgeglichen, wie sie sich aus der Konflikt- bzw. Themenerhellung ergeben haben. Die Lösungsvorschläge werden daraufhin untersucht, ob sie geeignet sind, die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse der Medianten möglichst optimal zu erfüllen. Denn es soll in der Mediation kein „fauler Kompromiss“, sondern möglichst eine „Win-Win-Situation“ erreicht werden, sodass jeder Mediant möglichst optimal zufrieden ist.
Dazu trägt bei, dass die Lösungsvorschläge nicht von mir als Mediator kommen. Ich leite das Gespräch, mache aber grundsätzlich selbst keine Lösungsvorschläge. Denn oftmals finden die Medianten für sich eine individuelle Lösung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird, auf die aber keinen Mediator der Welt gekommen wäre.
Nicht selten geschieht es, dass sich die Medianten auf für alle Seiten akzeptable Lösungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht verständigen können. Dann ist es erforderlich, in der Gesprächsführung noch einmal zurückzugehen zur Themenerhellung oder gar zur Themensuche (siehe oben). Denn dann ist noch nicht ausreichend erörtert und verstanden, welche Interessen und Beweggründe der jeweilige Mediant verfolgt. Im Anschluss daran wird die Lösungssuche fortgesetzt.
Vereinbarung
Haben sich die Medianten auf tragfähige Lösungen verständigt, werden diese in einer schriftlichen Vereinbarung zusammengefasst und von allen Medianten unterzeichnet.
Verfahrensgrundsätze
Die Verschwiegenheit des Mediators und der Parteien und die Allparteilichkeit des Mediators sind wichtige Verfahrensgrundsätze.
Der Mediator und die Parteien sind verpflichtet, über die Inhalte der Mediation Stillschweigen zu bewahren. Dazu gehört es, dass die Inhalte der Mediation nicht in einem möglicherweise doch späteren Rechtsstreit gegeneinander verwendet werden. Auch kann der Mediator nicht als Zeuge über den Inhalt der Mediation in einem Rechtsstreit benannt werden.
Die Allparteilichkeit des Mediators bedeutet nicht nur, dass er unparteiisch ist, also sich nicht auf eine Seite schlägt. Sondern darüber hinaus ist es die Pflicht des Mediators, jede Partei so zu unterstützen, dass ihre Anliegen der anderen Partei verständlich gemacht werden können. Er unterstützt also beide Seiten bzw. alle Parteien.
Kosten
Für die Mediation fallen bei mir Kosten von 180 € pro Stunde netto an. In der Regel teilen sich die Parteien den Kostenaufwand. Wie lang eine Mediation dauert, hängt vom Einzelfall ab. Oft sind es 2-5 Stunden.